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Kolumne
   
"Münchner Aids-Hilfe gründet
Münchner Regenbogenstiftung mit"

Erste kommunale Stiftung von und für
Lesben, Schwule und Transgender


(April 2010)

 
   Thomas Niederbühl,
 Geschäftsführer der
 Münchner Aids-Hilfe
   
Die Münchner Aids-Hilfe hat zusammen mit der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und den Vereinen Sub, Letra, GOC und TransMann in den letzten zwei Jahren intensiv an der Gründung einer Stiftung für Lesben, Schwule und Transgender in München mitgearbeitet. Der Stadtrat hat im Januar die Errichtung dieser Münchner Regenbogenstiftung beschlossen. Damit wurde die bundesweit erste Stiftung für Lesben, Schwule und Transgender in kommunaler Verwaltung gegründet – und die Münchner Aids-Hilfe gehört zu den Gründungsvereinen!

Die Stiftung dient der Förderung der Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgendern in München und Umgebung. Gefördert werden können Maßnahmen und Projekte in den Bereichen Sport, Wohlfahrtswesen (Soziales), Jugend- und Altenhilfe, Kunst und Kultur, Bildung und Erziehung – und Gesundheit, was ja uns besonders am Herzen liegt.
Wir in der Aids-Hilfe haben selbst erfahren, dass die heutige Offenheit gegenüber Lesben, Schwulen und Transgendern nur erreicht werden konnte, weil wir uns selbst für unsere Anliegen eingesetzt und für Liberalisierung gekämpft haben. Auch die Aids-Hilfe ist aus diesem Engagement heraus entstanden, hat die gesellschaftliche Gleichstellung befördert und bietet auch Schutzraum für die Betroffenen. Gerade weil wir selber Heimat und Unterstützung in unsere Community erlebt haben, wollen wir als einer der Gründungsvereine und Gründungsstifter diese Erfahrung auch künftigen Generationen ermöglichen und eine nachhaltige Sicherung der Einrichtungen von und für Lesben, Schwule und Transgender ermöglichen.

Das liegt ganz im Zweck unserer Vereinsarbeit. Denn als Aids-Hilfe wollen wir nicht nur der Verbreitung der HIV-Infektion entgegenwirken und den durch diese Erkrankung betroffenen und gefährdeten Personen und Gruppen Hilfestellung geben. Ganz im Sinne einer strukturellen Prävention wollen wir auch eine allgemeine Gesundheitsförderung in den epidemiologisch besonders betroffenen Gruppen wie der schwulen Männer. Das Ziel eines vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens kann dabei nur durch Emanzipation und Gleichstellung erreicht werden. Dazu braucht es die Initiativen und Projekte der ganzen Community. Diese kann die Regenbogenstiftung auch bei uns oder anderen Vereinen unterstützen.

Dafür braucht die Stiftung auch notwendiges Kapital. Zum Gründungskapital haben wir zusammen mit anderen Vereinen und Persönlichkeiten beigetragen. Innerhalb kurzer Zeit wurde so ein Kapitalstock in Höhe von knapp 60.000,- Euro aufgebaut.
Der Stadtrat der Landeshauptstadt München hat in Anerkennung des großen Engagements der Gründerinnen und Gründer beschlossen, in den Jahren 2010, 2011 und 2012 für jeden gespendeten Euro einen weiteren Euro zuzugeben. Dies gilt bis zu einer max. Höhe von 30.000,- Euro im Jahr. Dies sollte Spenderinnen und Spender, Stifterinnen und Stifter motivieren, die Regenbogenstiftung zu unterstützen, um sie wirklich leistungsfähig zu machen.

Wir als Aids-Hilfe würden uns jedenfalls darüber freuen. Ganz im Sinne unserer Selbsthilfe ist diese Stiftung nämlich ein Geschenk der Szene an sich selbst. Und ein besseres Geschenk kann sich die Community im Jubiläumsjahr „30 Jahre Münchner Christopher-Street-Day“ gar nicht machen.

Ausführliche Informationen zur Stiftung unter:
[ www.muenchen.de/koordinierungsstelle]

Thomas Niederbühl
Geschäftsführer der Münchner Aids-Hilfe e.V.
[ thomas.niederbuehl@muenchner-aidshilfe.de]

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