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Positive Perspektiven

Wochenende im Chiemgau/Rathgebhof
vom 18. - 21. November 2010
für Menschen mit HIV


Gemeinsam wollen wir ein Selbsterfahrungswochenende in schöner Umgebung verbringen, bei dem die beiden Gruppenleiter Christopher Knoll (Dipl. Psych.) und Engelbert Zankl (HIV Therapie-Hotline) sowie unser Sportlehrer auf die unten genannten Themen eingehen werden:

Arbeitsplatz – Behandlungsmethoden – Ernährung – Familie und Freunde – Kombinationstherapie – Lebensfreude - Medikamente - Medizinische Grundlagen (Workshop HIV und Dein Herz) – Partnerschaft und Partnerwunsch – Positiv Leben – Sexualität – Stärkung des Immunsystems – Sport – Unterstützungsmöglichkeiten – Zukunftsperspektiven

Treffpunkt: Beratungsstelle der Münchner Aids-Hilfe,
Lindwurmstr. 71/1. Stock, U-Bahn Goetheplatz [Stadtplan]

Abfahrt: Donnerstag, 18. November 2010, 15 Uhr

Ende: Sonntag, 21. November 2010, nach dem Mittagessen

Kosten: 70/140/210 Euro pro Person, einkommensabhängig

Teilnehmerzahl: maximal 15 Personen

Anmeldeschluss ist Freitag, 5. November 2010.

Teilnehmer mit eigenem Auto mögen dies bitte bei der Anmeldung angeben.

Weitere Informationen und Anmeldung:
Engelbert Zankl, (089) 54 333-123 oder
[ therapie.hotline@muenchner-aidshilfe.de]




Kommentare von Teilnehmern zu
Positive Perspektiven vom 11.-14. März 2010:


Kommentar 1 (männlich, 35, seit 5 Jahren positiv getestet)
Wer sich in einer lockeren Atmosphäre mit anderen Positiven über ihre Erfahrungen, Ängste und Fragestellungen unterhalten möchte, ist hier goldrichtig! Die Referenten verstehen es in einer fast schon spielerischen Art die Fragen zu beantworten und die Themen leicht verständlich rüber zu bringen. Der Rathgebhof bietet auch ideale Gelegenheit zum geselligen Beisammen sein.

Kommentar 2 (männlich, 47, vor einem halben Jahr positiv getestet)

Findet es nun statt, oder findet es nicht statt? Etwas holprig lief es mit der Anmeldung bzw. Bestätigung und fast kam ich mir mit meinen Nachfragen schon lästig vor. Als ich dann auch noch als erster pünktlich in der Aidshilfe auftauchte und nach Begrüßung durch Christopher allein im Aufenthaltsraum saß, wich die Vorfreude einem Gefühl der Beklommenheit. Wenn es so schwer gewesen war überhaupt genügend Teilnehmer zu finden, wer würde da wohl noch auftauchen. Die Bemerkung, dass es sich zufällig um eine rein schwule Gruppe handeln würde, beruhigte mich da keineswegs. War die Haltung "Friss Deine Tabletten und gut ist", vor allem aber red nicht drüber so verbreitet?
Nach und nach kamen dann doch noch ein paar Teilnehmer und wir machten uns in zwei Gruppen auf den Weg durch die winterliche Landschaft. Wenigstens war der Navi-Else nach etwas Überzeugungsarbeit unser Zielort bekannt - ganz ohne app. Gegen 18 Uhr umfing uns das am ersten Tag sehr kühle Gemäuer mit seinem rustikalen Charme und einem mal mehr mal weniger vorhandenen Funkloch. Nach gemeinsamem Abendessen folgte eine Vorstellungsrunde und Dank eines imaginären kleinen grünen Krokodils waren die Namen der Teilnehmer schnell gelernt - auch ohne das fehlende Klebeband, das als Namensschildchen dienen sollte. Das Programm der folgenden Tage konnte man sich wegen fehlender Stifte auch ohne Visualisierung auf flipcharts merken, sollten diese doch einem noch wichtigeren Zweck - ausgiebigen Activity-Runden nämlich - zugeführt werden. Vom morgendlichen Yoga konnte ich nur einmal profitieren, um das Schlafdefizit in erträglichen Ausmaßen zu halten. Auch die abendliche Sportstunde konnte ich wegen mangelnder Fitness leider nicht wahrnehmen. Offensichtlich war auch mein innerer Schweinehund mitgereist. Doch es hat maßgeblich dazu beigetragen, den festen Vorsatz zu entwickeln und zu verwirklichen, an meinen physischen Einschränkungen etwas zu ändern, insofern vielen Dank Herbert. Auch für das virtuos vorgetragene Orgelkonzert in der eindrucksvollen aber eiskalten Rokkoko-Kirche (wie man danach ein Eis essen kann, ist mir heute noch schleierhaft).
Engelberts medizinische Präsentationen haben mir verdeutlicht, an welchen Schnittstellen des Reproduktionszyklusses meine HIV-Medikamente ansetzen, auch wenn ich es noch immer nicht im Stehgreif rekapitulieren könnte. Als Dozent wäre ich wohl auf Spickzettel angewiesen. Wichtiger für mich war die beruhigende Wirkung auf meine nebulösen Ängste, die Infektion verlaufe bei mir womöglich anders, weil ich zu einem sehr frühen Zeitpunkt in die medikamentöse Therapie einsteigen musste und das Therapieziel, die Viruslast unter die Nachweisgrenze zu bringen, nicht in der gewünschten Zeit erreicht wurde. Ich bin an diesem Punkt etwas gelassener und weiß in Engelbert auch weiterhin einen kompetenten Ansprechpartner zu haben. Das entlastet.
Christophers einfühlsam geleitete Selbsterfahrungsparts haben mir Gelegenheit gegeben, zu reflektieren an welchem Punkt ich stehe und mich als jüngst infiziertes Mitglied in der Gruppe zu verorten, meine bisherigen Entscheidungen und Verhaltensweisen zu überprüfen. Das wäre ohne die große Offenheit und das Vertrauen jedes einzelnen Teilnehmers nicht möglich gewesen, weshalb ich mich ganz ausdrücklich bei ihnen dafür bedanken möchte. Es war schön festzustellen, wie in der lockeren Hütten-Atmosphäre jegliche Anspannung abfiel und man sich auch schwierigen Themen ohne große Anstrengung zuwenden konnte. Spannend war es nicht nur da, wo die Referenten kontrovers diskutiert haben. Für mich war das Wochenende Highlight des Jahres und eine Bestätigung, dass es sich lohnt, sich nicht zurückzuziehen und alles mit sich selbst ausmachen zu wollen, sondern sich im Austausch mit anderen zu erfahren. Das eröffnet dann auch Perspektiven, positive Perspektiven.

Kommentar 3 (männlich, 37, seit 4 Jahren positiv getestet)

Das Wochenende war ein gelungene Mischung aus Information und Spaß. Ihr habt Euch echt super viel Mühe gegeben um die Sache rund zu machen. In den Workshops, wurden viele Interesseante Sachen angesprochen, die uns alle betreffen. Auch die Erfahrungen der einzelnen Teilnehmern waren sehr interessant und vor allem, hat man gemerkt wie unterschiedlich jeder damit umgeht. Habe mich auf dem Wochenende echt wohl gefühlt und auch viel mitgenommen.




Eine Veranstaltung der HIV-Therapie-Hotline:




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