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| Kolumne | ||||||||||||
16. Internationale AIDS Konferenz, Toronto 13.-18.8.2006 (Oktober 2006) „Time to deliver“ - es ist an der Zeit Versprechen einzulösen, war das Motto der Welt-Aidskonferenz. Hier war inbesondere die weltweite Versorgung mit HIV-Medikamenten gemeint. Es gibt 40 Mio HIV-Infizierte, aber es sind nur 1,6 Mio Menschen in Behandlung. Das Ziel das bei der letzten Konferenz in Bankok gesteckt wurde- 3 Mio bis 2005 in Behandlung zu haben, wurde also nicht annähernd erreicht. Zahlreiche Proteste, die an die Politik und die Industrie gerichtet waren, haben die Tage in Toronto lautstark begleitet. Es waren erfreulich viele Menschen aus den besonders betroffenen Gebieten- Afrika, Indien – vor Ort, um auf Misstände in ihren Ländern aufmerksam zu machen. Den Kritikern der Konferenz wegen der hohen Kosten (40 Mio. Euro) möchte ich nur eine andere Zahl entgegenstellen, der Papstbesuch in München hat 50 Mio, Euro gekostet. Leider ist die Beteiligung aus den Industrieländer stark zurückgegangen. Außer mir habe ich nur einen HIV-Positiven aus Deutschland getroffen. Die Forderungen, Zugang zu Medikamenten und die Verbesserung der medizinische Versorgung müssen auch von Menschen aus den westlichen Ländern vorgebracht werden! Eine Pharmafirma hat es vorgezogen, aus Angst vor Protesten gegen ihre Preispolitik wohl, ihren Industriestand gar nicht erst aufzustellen. Die Gruppe „Act up“ aus Paris hat auf diesen Umstand wirksam hingewiesen.
Das Wissen, das seit 25 Jahren angesammelt wurde, muss nun weltweit umgesetzt werden. Prävention, war „das“ Thema. Um Neuinfektionen zu verhindern müssen „neue“ Wege gegangen werden. Hier wurden die unterschiedlichsten Stategien diskutiert und vorgestellt. Prävention kann und muss mehr sein als die Benutzung von Kondomen, das alte ABC wurde für gescheitert erklärt. ABC steht für Abstinenz, Treue(be faithful) und Kondome (oft Bedingung für Geld aus den Vereinigten Staaten), es wurde durch eine erweiterte Form ersetzt.
Neues Präventions- ABC Eine Referentin bezeichnete das Jahr 2007 als vielleicht wichtigstes in der HIV-Prävention. Die meisten, der jetzt laufenden Studienergebnisse werden dann veröffentlicht sein. Mikrobizide - sie werden die Frauen in die Lage versetzen, selbstständig ihren Schutz in die Hand zu nehmen, d.h. sie sind nicht mehr darauf angewiesen, daß der Partner ein Kondom verwendet. Hier dürften, die sogenannten Mikrobizide der 2.Generation, welche bereits zugelassene antiretrovirale Substanzen (Tenofovir) oder in Entwicklung befindliche (TMC120, Eintrittshemmer) beinhalten, eine die wichigste Rolle spielen. Wir dürfen auf die Ergebnisse der laufenden Studien gespannt sein. Beschneidung - durch Studien zu Beschneidung (Meta-Analyse Weis et al, 2000) in der heterosexuellen Bevölkerung inzwischen belegt, wird das Risiko einer HIV-Übertragung gesenkt. Weitere Studien in Uganda und Kenia laufen bis bis 2008. Inwieweit sich die Ergebnisse auf MSM (Männer, die Sex mit Männern haben) übertragen lassen, müssen weitere Studien zeigen. Expositiosprophylaxen - hier wurde hauptsächlich die Präexpositionsprophylaxe(PrEP) diskutiert. Man versteht hier die Gabe von antiretroviralen Medikamenten vor einem Risikokontakt, bisher sind dies Tenofovir und Tenofovir/Emtricitabin.Hier werden Studien in USA, Botswana, West Afrika, Thailand und Peru durchgeführt. Die meisten Ergebnisse werden 2008/2009 erwartet. HSV-2(Herpes genitalis) - durch Herpes simplex 2-Infektion wird das Risiko der HIV-Übertragung erhöht. Eine Behandlung mit Aciclovir ist hier möglich und wird in 2 großen Studien überprüft Auch möchte ich die HIV-Therapie als Präventionsmöglichkeit einfügen - bei der Mutter-Kind-Übertragung konnte hier das Risiko einer Übertragung von 25% auf unter 1% verringert werden und bei diskordanten Paaren findet bei einer Viruslast unter 400 Kopien praktisch keine Transmission mehr statt. Julio Montagner stellte hierzu ein optimitisches Modell von Hogg et al vor.
Würde man heute alle HIV-Infektion behandeln, welches Kosten von 15 Milliarden Dollar(2006) verursachen würde, gäbe es im Jahr 2050 praktisch keine HIV-Infektionen mehr und man hätte 250 Mio Infektionen verhindert. Die Kosten für Therapie wären 2050 auch nicht mehr vorhanden, da es seit 2006 keine Neuinfektionen gegeben hätte. Würde man 30% der Infizierten behandeln, würde sich die Prävalenz auf 9/1000 Einwohner einpendeln und die Kosten für Therapie würde von jetzt 5 Millarden Dollar (2006) auf 30 Millarden ansteigen. Da heute leider erst ca. 5% aller Menschen weltweit mit HIV behandelt werden, muss man leider von einem sehr, sehr optimistischen Modell sprechen- es werden wahrscheinlich nie alle Menschen Zugang zu Therapie haben. Meiner Meinung nach muß dem Ansteigen der HIV-Infektionen durch eine Kombination aller Präventionstrategien vorurteilsfrei begegnet werden. Engelbert Zankl Mitarbeiter der HIV-Therapie-Hotline [ [ |
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