| VEREIN | ||||||
|
||||||
| Kolumne | ||||||
(April 2007) Seit mehreren Jahren ist die Münchner Aids-Hilfe e.V. als eine von mehreren sozialen Einrichtungen am so genannten Switch-Projekt beteiligt. Es handelt sich hier um eine Fortbildung, organisiert durch das Sozialreferat der Landeshauptstadt München. Eine Woche lang wechseln Führungskräfte ihren Arbeitsplatz und gehen zu einer sozialen Einrichtung wie zum Beispiel der Münchner Aidshilfe e.v. Angesprochen werden Führungs/Leitungskräfte, MitarbeiterInnen in Schlüsselpositionen und MitarbeiterInnen mit KundInnen in schwierigen Situationen, die in Unternehmen oder Behörden arbeiten Ziel dieses Projektes ist es, eine solidarische Stadtgesellschaft zu fördern, die der Anonymität, und der Vereinzelung einer Großstadtgesellschaft entgegenwirkt und den Beteiligten eine Tür für soziales Engagement öffnet. Während dieser Weiterbildungswoche wird die soziale Arbeit in ihrer professionellen Ausprägung erlebt und anerkannt. Die sozialen Einrichtungen wiederum erhalten Anregungen und Impulse und beide Seiten bringen Wissen ein, von dem die jeweils andere Seite profitiert. Diese Fortbildung ist besonders geeignet für Führungskräfte/Mitarbeiter/-innen die ihren Führungsstil reflektieren und sich mit Anforderungen an Kooperation und Kommunikation in schwierigen Situationen auseinandersetzen und Führung aus einer anderen Perspektive erleben und den Umgang mit sich und anderen überdenken wollen Hier kann Flexibilität gesteigert und Toleranz für Fremdes und Neues in Bezug auf Mitarbeiter/innen und Kunden erhöht werden. Soziale Kompetenz und Einfühlungsvermögen sollen gestärkt sowie Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit gefördert werden Interesse an sozialem Engagement soll geweckt und intensiviert werden. Teilnehmer werden vorbereitet, indem sie Kurzprofile und Aktionspläne der beteiligen sozialen Einrichtungen erhalten und Vorgespräche mit der Einrichtung stattfinden. Während der Aktionswoche werden die Teilnehmer entsprechend angeleitet und durch Reflexionsgespräche (u. a. über Lernziele)mit den jeweiligen AnsprechparnerInnen in der Einrichtung begleitet. Ein Erfahrungsaustausch der TeilnehmerInnen nach der Einsatzwoche sowie ein Gespräch nach 3-4 Monaten in der besuchten Einrichtung gehören ebenfalls dazu. Nachfolgend ein Bericht von Monika Frank, die eine Woche aus dem Kreisverwaltungreferat heraus- und zu uns herein“switchte“. Ihr an dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön für ihr Engagement und diesen Bericht. Meine Erfahrungen mit „Switch“: Bereits als klar war, dass ich die Möglichkeit bekommen würde zu „switchen“, habe ich mir sehr bewusst Gedanken über die Wahl meiner sozialen Einrichtung gemacht. Ich habe mich dann ganz gezielt für die HIV-Beratungsstelle und das Beschäftigungsprojekt „Metha-Job“ der „Münchner Aids-Hilfe e.V.“ entschieden. Diese Einrichtung stellte für mich, die in ihrem Leben bisher ausschließlich den Verwaltungsdienst der Landeshauptstadt München kannte, eine echte Herausforderung dar. Meine „Switch-Woche“ hat meine Erwartungen und auch meine Vorstellungen dann in jeder Hinsicht weit übertroffen, ich habe sehr viel mehr erfahren und mitbekommen, als ich mir im Vorfeld klar gemacht hatte. Ich hatte während der gesamten Woche Einblicke in eine mir bislang völlig unbekannte, neue Welt, die mich von der ersten Minute an absolut faszinierte, mir aber auch, wenn ich an die Berichte aus der Drogenszene oder meinen Besuch im Jugendarrest denke, bewusst machten, wie geradlinig und unproblematisch mein bisheriges Leben verlaufen war. Vier Monate danach, denke ich oft noch an meine Zeit bei der Münchner AIDS-Hilfe zurück. Natürlich hat mich mein Arbeitsalltag sehr schnell wieder eingeholt; dennoch konnte ich viele Gespräche mit verschiedensten Personengruppen führen, in denen ich die Möglichkeit hatte, meine Erkenntnisse zum Thema Drogen, HIV, Hepatitis, aber auch dem Projekt „Switch“ weiterzugeben. Meine Erfahrungen fließen inzwischen auf verschiedene Art in meine tägliche Arbeit ein, sei es im Rahmen verschiedener Projekte für die Nachwuchskräfte der Landeshauptstadt München oder in persönlichen Gesprächen mit Nachwuchskräften oder Kolleginnen und Kollegen. Abschließend kann ich nur sagen, dass ich sehr dankbar bin für die Chance, an „Switch“ teilzunehmen; ich habe Erfahrungen gemacht, die mich, meine Arbeit und mein weiteres Leben sicher beeinflussen werden. Monika Frank Übrigens: Wer sich für Switch – die andere Seite® interessiert, oder seinen Arbeitgeber dafür interessieren möchte, kann sich wenden an: [ [ [ Andrea Brunner Mitarbeiterin der Beratungsstelle [ |
||||||

















