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| Kolumne | ||||||||
Gemeinsam gegen AIDS: Wir übernehmen Verantwortung. Für uns und für andere. (Dezember 2007)
Doch bei einem globalen Blick darf München kein blinder Fleck werden. Auch wenn es uns mit den niedrigen Infektionszahlen und den HIV-Therapien relativ gut geht, müssen wir lokal handeln. Da übernehmen wir, die 130 ehrenamtlichen und 60 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Münchner Aids-Hilfe, Verantwortung und fordern diese auch von anderen ein. Denn es besteht Grund zur Sorge: Aids wird bagatellisiert, das Sterben verdrängt. HIV scheint für viele zu einer leicht behandelbaren, sexuell übertragbaren Krankheit zu werden. Die Realität sieht oft anders aus. Gerade in den letzten Monaten hat unser Case Management wieder verstärkt Klienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen versorgt. Und wir wurden wieder häufiger mit dem Tod von Klientinnen und Klienten konfrontiert. Aids kann immer noch tödlich sein.
Trotzdem gibt es eine gewisse Präventionsmüdigkeit. Zu viele denken, Aids könne ihnen nicht passieren. Es werden weniger Kondome gekauft, weniger benutzt. Die Neuinfektionen steigen. Deshalb haben wir unsere Präventionsbemühungen verstärkt. Mit der Aktion „Danke für Safer Sex“ sagten wir auf Postkarten, mit Anzeigen und kleinen Geschenken all denen Danke, die sich und andere immer noch schützen. Und wir werben intensiv für den HIV-Test, vor allem bei schwulen Männern. Denn getestete schwule Männer, ob negativ oder positiv, sind eher bereit, sich und andere zu schützen. Mit unserem neuen Projekt „Checkpoint“ bieten wir eine ausführliche Risikoberatung und zum ersten mal auch die Möglichkeit zum HIV-Test, dessen Ergebnis bereist in 30 Minuten vorliegt. Außerdem werden wir die Test-Abende im Sub-Zentrum für schwule Männer vierteljährlich fortführen, wenn uns das städtische Gesundheitsreferat unterstützt. Dass heute 80% derer, die mit Aids ins Krankenhaus kommen, bis dahin nicht wussten, dass sie HIV-positiv sind, ist erschreckend. Erschreckend ist aber auch das Ergebnis zweier Umfragen, die wir bei Haftanstalten und Pflegeeinrichtungen gemacht haben: Gefangene haben in Bayern praktisch keinen Zugang zu Kondomen, Pflegeeinrichtungen sind auf Menschen mit HIV kaum eingestellt. Das sollte anders sein. Deshalb ist unsere Arbeit, Aufklärung und Information immer noch so wichtig. Wichtig sind aber auch unsere vielfältigen Beratungs- und Hilfsangebote für Betroffene, mit denen wir immer auch innovativ auf deren Bedürfnisse reagieren. Aktuell z.B. durch Tabakentwöhnungskurse für Positive oder durch die neue ehrenamtliche Internet-Beratung bei Gayromeo. Die größte Veränderung im Aids-Geschehen brachten jedoch die Therapieerfolge: Betroffene konnten und wollten wieder arbeiten. Deshalb schufen wir mit den Projekten Metha-Job, Tagungszentrum und Café Regenbogen eine neue Angebotssäule „Arbeit, Beschäftigung und Qualifizierung“. Durch geförderte Arbeitsplätze finden dort Menschen mit HIV und Aids, die langzeitarbeitslos sind oder Arbeitslosengeld II beziehen, nicht nur Beschäftigung. Dank der Deutschen Aids-Stiftung können wir als einziger Träger in München unseren Hartz-IV-MitarbeiterInnen auch kostenlose Mittagessen anbieten. Außerdem werden sie parallel zu ihrer Tätigkeit intensiv betreut und angeleitet. In ihrer spezifischen psychosozialen Situation genauso wie im Beruf. Dabei ist es unser Ziel, mittelfristig den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben zu ermöglichen. Wenn Sie dieses Ziel unterstützen wollen, dann kommen Sie doch als Gast in unser neu renoviertes und öko-zertifiziertes Café Regenbogen. Wir bieten: ein frisches, farbenfrohes, modernes Ambiente; viel Licht, das durch die großen Scheiben in den Gastraum fällt; ein reichhaltiges Speisenangebot; freundlicher, zuvorkommender Service. Eine Atmosphäre, in der Sie sich wohlfühlen werden. Und gleichzeitig unterstützen Sie die Arbeit der Aids-Hilfe. Charity auf kulinarischer Ebene sozusagen. Oder mieten Sie in unserem Tagungszentrum Seminar- und Tagungsräume. Auch damit unterstützen Sie uns. Denn wir brauchen Ihre Unterstützung. Seit 23 Jahren übernehmen wir Verantwortung. Aus der Selbsthilfe ist ein erfolgreiches, professionelles Sozialunternehmen mit einen umfassenden Netz an notwendigen Hilfsangeboten entstanden. Während unsere Arbeit immer mehr wurde, wir neue bezuschusste Projekte anfingen, wurde aber auch unsere Verpflichtung, einen 20%-Anteil über Spenden aufzubringen, immer größer. Gleichzeitig nahm das öffentliche Interesse, Zuschüsse und Spenden jedoch immer mehr ab. Deshalb brauchen wir Ihre Hilfe zum Welt-Aids-Tag - und auch die restlichen Tage im Jahr. Kaufen Sie den kuscheligen Aids-Teddy. Gehen Sie mit uns zum Candle-Light-Walk. Besuchen Sie uns beim Pink Christmas-Weihnachtsmarkt am Stephansplatz. Kommen Sie zur Aids-TanzGala am 1.12. ins Gärtnerplatztheater oder im Mai zum Aids-Konzert des Münchener Kammerorchesters ins Prinzregententheater. Trainieren Sie jetzt schon, am besten im Team, für den nächsten Run for life im Englischen Garten. Organisieren Sie Ihre eigene Benefizveranstaltung. Lassen Sie sich zum Geburtstag, zur Verpartnerung oder zur Firmenfeier Geld für uns spenden. Für uns zählt jeder Euro. Unterstützen Sie uns auch in der Politik, in den Medien oder durch ehrenamtliche Mitarbeit. Übernehmen Sie mit uns Verantwortung. Für uns und für andere. Allein schaffen wir das nicht. Nur so können wir auch in Zukunft die zentrale Stelle für Selbsthilfe, Prävention, Gesundheitsförderung, Beratung, Rehabilitation und Versorgung im HIV-Bereich sein. Nur so können wir zu einem besseren Leben beitragen: für Menschen mit HIV und für schwule Männer, drogengebrauchende Menschen und MigrantInnen, die am stärksten von HIV bedroht sind. Dafür sagen wir ganz herzlich: Danke! Aktuelle Informationen, Themen und Schwerpunkte, die uns gerade beschäftigen, finden Sie jederzeit hier auf [ www.muenchner-aidshilfe.de]. Dort können Sie unseren Newsletter abonnieren. [ mehr...] Aber auch Spenden ist dort bequem und sicher online möglich.
[ mehr...]![]() Thomas Niederbühl Geschäftsführer der Münchener Aids-Hilfe e.V. [ |
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