rosa ALTER
(Januar 2008)
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Diana Zambelli,
Leiterin Betreutes Wohnen |
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*Heinz und Gerhard sind beide um die 70, bei Heinz haben vor einiger Zeit kleine Zipperlein angefangen, die inzwischen das Leben zu Hause schwierig machen. Gerhard hilft ihm wo er kann, fühlt sich aber auch überfordert. Auch sein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert – die Füße wollen nicht mehr so recht, manchmal vergisst er den Herd auszuschalten. Und eigentlich sind beide auch einsam, obwohl sie sich haben.
In ihrem Umfeld wissen nicht viele, dass sie ein Paar sind, „die jungen Männer heutzutage habens da einfacher“ meint Gerd – Coming Out, gar eine Selbsthilfegruppe dafür, dass gabs bei uns damals nicht.
5 Monate später: Heinz ist in der Wohnung gestürzt und hat einen Oberschenkelhalsbruch, Gerhards Augen sind schlechter geworden, das Laufen für Ihn ist sehr anstrengend.
Sie waren sogar in mehreren Altenheimen, haben sich erkundigt – als Brüder sind sie da aufgetreten - wurden zu ihren Kindern, Enkelkindern befragt, die sie nicht haben. Ihnen wurden zwei Einzelzimmer angeboten, ein Doppelzimmer kam gar nicht ins Gespräch.
Beide sind frustriert und hilflos.
Oder
Annegret und Elfriede leben seit über 30 Jahren zusammen. Bei Frauen ist das viel leichter, alle halten uns für gute Freundinnen – dabei sind wir doch ein Liebespaar, meint Annegret.
Elfriede braucht Hilfe zu Hause, ist im Bad mehrmals gestürzt, die Wohnung muss umgerüstet werden, ein ambulanter Pflegedienst muss her. Wie bekommt Sie eine Pflegestufe? Und wen können beide in die Wohnung lassen für Umbau, ambulante Pflege usw. der sich nicht über dass Doppelbett Gedanken macht, nicht nach den Bilder der verstorbenen Männer, den Enkelkindern fragt ? Obwohl, Annegret hat sogar eine Tochter und eine Enkeltochter.
Annegret war bei Beratungsstellen, hat genau aufgepasst wie sie die Situation erklärt, auch sie hat Angst vor Diskriminierung wenn sie erzählt, dass Elfriede nicht nur „eine“ Freundin ist. Sie fragt vorsichtig nach lesbischen Hilfsangeboten für ältere Damen, traut sich, bekommt dafür einen hilflosen etwas irritierten Blick der Beraterin zurück.
Beide sind frustriert und hilflos.
Eine Freundin von Elfriede, die Bescheid weiß kommt vorbei, bringt ihr die Postkarte des Beratungstelefons der Münchner Aids-Hilfe mit – endlich wieder Licht!
Gerhard fällt der Flyer der rosa ALTERnative – einer Wohngemeinschaft für ältere Männer der Münchner Aids-Hilfe in die Hände, die 2008 eröffnet werden soll – ein Lichtblick!
Und genau in solchen Situationen sind wir für Euch da !
Deswegen haben wir eine Angebotspalette für ältere schwullesbisch lebende Männer und Frauen sowie Transgender in München mit entwickelt:
- Wohnen: die rosaALTERnative – eine Wohngemeinschaft für homosexuelle Männer im Alter mit und ohne HIV nach dem „Wohnen mit Service“ Prinzip (Modellprojekt, Zuschuss durch die LHM). [
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- Beratung: das Beratungstelefon ALTrosa steht derzeit immer Dienstags von 13-14 Uhr für Euch zur Verfügung. Weitere Termine sind nach Absprache möglich, wir rufen auf hinterlassene Nachrichten schnell zurück. [
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- Freizeit: Freizeitangebote findet ihr in unserem monatlichen Programm der Freizeitgruppe. [
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Der „rosaALTERnative“ Stammtisch trifft sich seit eineinhalb Jahren jeden zweiten Dienstag um 19.00 Uhr im Cafe Regenbogen. Hier ist eine enge Vernetzung zu Gay & Gray entstanden. Gemeinsam mit LeTra, der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und dem Sub zeigten wir 2007 Präsenz bei der Messe 66 , organisierten Veranstaltungen zum Thema Wohnen und Leben im Alter, sind bei Gayromeo zu finden und im November ist durch die LHM das Heftchen - Vielfalt anders Leben – mit Hilfsangeboten für ältere Lesben, Schwule und Transgender in München entwickelt worden. Es ist also schon einiges passiert – aber noch lange nicht genug.
Jetzt hoffen wir auf die Stadtratssitzung am 10. Januar, denn hier wird über die Bewilligung eines Konzepts der Münchner Aids-Hilfe entschieden, dass die Lücken im Versorgungsnetz des rosaÄlterwerdens zumindest teilweise „stopfen“ soll.
Eine Bewilligung würde heißen: Wir können uns noch intensiver um die bedarfsgerechte Versorgung von älteren Lesben, Schwulen und Transgendern in München kümmern und die Vernetzung innerhalb Szene, aber auch zur gängigen Altenhilfe intensivieren.
Solche Probleme wie bei Heinz und Gerhard, Annegret und Elfriede gibt es dann hoffentlich immer seltener.
Für die Münchner Aids-Hilfe
Diana Zambelli & Ulrike Falkenstein (rosaALTER)
[ diana.zambelli@muenchner-aidshilfe.de]
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