„Save me – eine Stadt sagt ja!“
(März 2008)
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Antje Sanogo,
Mitarbeiterin der Beratungs-
stelle, Ansprechpartnerin
für HIV und Migration |
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Die Münchner Aidshilfe e.V. unterstützt immer wieder Kampagnen und Aktionen, die sich gegen Diskriminierung und für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen einsetzen, wie:
Die „Internationale Wochen gegen Rassismus“ vom 10. bis 23. März 2008.
„Save me – eine Stadt sagt ja“ – die Kampagne des Bayerischen Flüchtlingsrates für die Aufnahme von 850 Flüchtlingen zum 850. Stadtjubiläum Münchens.
Warum tun wir das?
Flüchtlinge werden immer noch ohne ihr Wissen und Einverständnis auf HIV-Antikörper getestet. Damit wird ihr Recht auf Zugang zu einem anonymen HIV-Test verletzt.
Viele Flüchtlinge sind von Abschiebung bedroht. Im Falle einer Abschiebung kann das Recht von HIV-positiven Flüchtlingen auf die Fortsetzung der lebensverlängernden antiretroviralen Therapie massiv gefährdet werden. Bei der Feststellung ob die HIV-Infektion ein Abschiebungshindernis darstellt, berücksichtigen die Behörden und Gerichte nicht genügend, dass die Behandlungsmöglichkeiten der HIV-Infektion in ihren Herkunftsländern nicht ausreichend sind für alle therapiebedürftigen Menschen.

[ www.save-me-muenchen.de]
Flüchtlinge müssen in Gemeinschaftsunterkünften mit fremden Personen in einem Raum leben. Ihr Recht auf Privatsphäre wird ignoriert. Bei HIV-Positiven Flüchtlingen wird die Therapie erschwert, da eine Einnahme und Lagerung der Tabletten zu einer ungewollten Offenbarung der HIV-Infektion führen kann. Uns werden immer wieder Fälle bekannt, in denen diese Offenbarung schwere Diskriminierung durch Heimleitung und Mitbewohner ausgelöst hat.
Flüchtlinge werden mit Essenspaketen versorgt. Damit wird ihr Recht auf Selbstbestimmung eingeschränkt. HIV-Positive haben einen erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen. Dieser wird durch die Lebensmittel aus den Essenspaketen nicht ausreichend gedeckt.
Viele HIV-positive MigrantInnen haben Angst vor Diskriminierung wenn ihre HIV-Infektion in ihrem Umfeld bekannt würde. Sie versuchen ihre HIV-Infektion geheim zu halten und isolieren sich von ihren Freunden und Bekannten.
Es ist wichtig, jeden Flüchtling, jeden Migranten, jede Migrantin im Einzelfall zu unterstützen, wenn sie Diskriminierung erfahren. Ich finde, dass dies aber nicht ausreicht. In der Öffentlichkeit muss die systematische Benachteiligung von MigrantInnen und Flüchtlingen immer wieder angesprochen werden. Und wir müssen darauf aufmerksam machen, dass HIV-Positive Flüchtlinge und MigrantInnen in einem besonderen Maße von dieser Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen sind. Deshalb beteiligen wir uns gerne an solchen Aktionen, die auf den „ersten Blick“ nichts mit HIV zu tun haben, auf den „zweiten Blick“ dann aber sehr wohl. Diesen „zweiten Blick“ zu fördern, die Sensibilität von Migrantenorganisationen und allen Menschen, die sich für Flüchtlinge einsetzen, für das Thema HIV zu erhöhen, sehen wir als unsere Aufgabe an. Ein diskriminierungsfreies Leben mit HIV muss für alle Menschen möglich sein, egal, wo sie herkommen, welches Geschlecht sie haben oder welche Hautfarbe!
Antje Sanogo
Mitarbeiterin der Beratungsstelle,
Ansprechpartnerin
für HIV und Migration
[ antje.sanogo@muenchner-aidshilfe.de]
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