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   Thomas Niederbühl ,
 Geschäftsführer der
 Münchner Aids-Hilfe
   

(Februar 2009)


Liebe Freundinnen und Freunde,

am 16. Januar 1984 wurde die Münchner Aids-Hilfe gegründet. Wir werden deshalb das ganze Jahr bei verschiedenen Veranstaltungen auf unser 25-jähriges Bestehen hinweisen. Wir beginnen am 13. Februar mit einem Festakt im Alten Rathaus. Dort werden Oberbürgermeister Ude und Gesundheitsminister Söder Grußworte sprechen und der Aids-Experte Dr. Hans Jäger den Festvortrag halten.
Und am 14. Februar findet im Alten Rathaus ein „Ball der Liebe“ statt, eine Club-Party speziell für Jugendliche.

Außerdem haben wir unser Logo mit dem Zusatz „25 Jahre Lebenslust“ erweitert: denn seit 25 Jahren tragen wir mit Lebenslust, Menschlichkeit und Professionalität zu einem besseren Leben für Menschen mit HIV, schwule Männer, drogengebrauchende Menschen und MigrantInnen bei.

Unser Aids-Hilfe-Haus in der Lindwurmstrasse 71 ist in 25 Jahren zum zentralen Ort für Selbsthilfe, Prävention, Gesundheitsförderung, Beratung, Rehabilitation und Versorgung im HIV-Bereich geworden. Dabei sind wir besonders stolz auf unsere Wurzeln in der Selbsthilfe und ehrenamtlichen Arbeit. Fast 200 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen leisten täglich Aufklärungsarbeit und beraten und betreuen Menschen mit HIV. Bei uns finden Sie für alle Fragen, Probleme und Bedürfnisse rund um die Themen HIV und Aids direkte Ansprechpartner.


LINK-TIPPS:

Münchner Aids-Hilfe feierte 25-jähriges Bestehen mit Festakt
im Alten Rathaus. [ mehr...]

Münchner Aids-Hilfe bedankte sich bei langjährigen Spendern
und Unterstützern. [ mehr...]

Münchner Aids-Hilfe veröffentlicht neue Selbstdarstellungs-
broschüre. [ mehr...]


Macromedia Hochschule und Manuel Wegner schenken
der Münchner Aids-Hilfe einen Kinospot. [ mehr...]


Doch ein Blick 25 Jahre zurück: Für die schwulen Männer, die 1984 die Münchner Aids-Hilfe als erste regionale Aids-Hilfe in Deutschland gründeten, war Aids zunächst eine politische Frage, denn sie befürchteten Angriffe auf den schwulen Lebensstil und Pogromstimmung, die auch bald eintrat. Von Absonderung bis Zwangstest wurde alles diskutiert. 1987 trat der Bayerische Maßnahmenkatalog in Kraft – Zwangstestung von Asylbewerbern, Häftlingen und Prostituierten, Testung von Beamtenanwärtern, Berufsverbote und Zwangsberatungen mit der Androhung rechtlicher Konsequenzen spiegelten das alte Seuchenrecht wider. Dagegen setzte die Aids-Hilfe auf Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Freiwilligkeit, nahm die Bedürfnisse der Menschen, Risiken durch Safer Sex zu senken und die Sexualität zu erhalten, ernst und organisierte selbst Angebote und Hilfen für Menschen mit HIV und Aids.

Nach 25 Jahren sind die gesellschaftspolitischen Kämpfe zum Glück vorbei. Heute wird Prävention mit den Betroffenengruppen gemacht, und Menschen mit HIV stehen immer bessere Therapien und umfassende Hilfsangebote zur Verfügung. Auch die Münchner Aids-Hilfe hat sich mit dem Aids-Geschehen stets verändert: Wir haben innovativ auf neue Bedürfnisse reagiert und aufgrund unserer Erfahrung und Kompetenz auch integrative Angebote geschaffen, die Menschen mit und ohne HIV offen stehen – so zum Beispiel in der schwul-lesbischen Altenarbeit oder bei unseren Arbeits- und Beschäftigungsprojekten.

Auch in Zukunft stellt sich die Münchner Aids-Hilfe neuen Herausforderungen. In der Diskussion um die Frage, wie ansteckend ein HIV-Positiver mit erfolgreicher HIV-Therapie ist, und welche Konsequenzen dies auf die Prävention hat, wollen wir irrationale Glaubenskämpfe vermeiden und stattdessen auf der Grundlage gesicherter Fakten unsere Präventionsbotschaften ergänzen. Denn in München leben mindesten 5000 Infizierte – Tendenz steigend. Jeden zweiten Tag infiziert sich eine Münchnerin oder ein Münchner. Dagegen hilft nur Aufklärung, Information und der HIV-Test zur realistischen Risikoeinschätzung, damit jeder Einzelne wirklich weiß, was er tut.

Auch wenn die medizinische Behandelbarkeit, gesellschaftliche Normalisierung und Enttabuisierung zunehmen und HIV immer mehr zu einer chronischen Krankheit wird: HIV bleibt eine nicht heilbare, sexuell übertragbare Erkrankung, die sicher auch die nächsten 25 Jahre und länger spezielle Hilfsangebote und Dienstleistungen benötigen wird.

Damit wir dies auch in Zukunft leisten können, brauchen wir jede Unterstützung. An dieser Stelle möchte ich Ihnen allen, die als MitarbeiterInnen, als Gäste im Café Regenbogen, als MieterInnen im Tagungszentrum, als Fördermitglieder und SpenderInnen unsere Arbeit möglich machen, herzlich danken.

Euer

Thomas Niederbühl
Geschäftsführer der Münchner Aids-Hilfe e.V.
[ thomas.niederbuehl@muenchner-aidshilfe.de]

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