Die Aids-Hilfe schafft Öffentlichkeit

Aids-Memorial in München

Foto: Frank Zuber

Ein Memorial gegen das Vergessen und für Solidarität

Am 17. Juli 2002, rund zwanzig Jahre nach dem Tod des ersten an der Immunschwäche erkrankten Menschen, wird das Aids-Memorial auf dem Sendlinger Tor-Platz in München enthüllt. Es erinnert an die Menschen, die seit 1981 an der Immunschwächekrankheit Aids verstorben sind und bekundet Solidarität mit deren Freunden, Familien und den mit dem HI-Virus Infizierten. Der Entwurf stammt vom Künstler Wolfgang Tillmans.

Thomas Niederbühl, Rosa Liste-Stadtrat und Initiator des Memorials:

„Mit dem Aids-Memorial von Wolfgang Tillmans holt München das Thema Aids aus dem Untergrund und stellt es mitten in die Stadt. Damit ist es zunächst ein Denkmal gegen das Vergessen: ein Denkmal, das an das massenhafte Sterben, an all die verstorbenen Münchnerinnen und Münchner, aber auch an die heftige gesellschaftspolitische Auseinandersetzung der 1980er Jahre erinnert, in der die spezielle bayerische Aids-Politik auf Zwangsmaßnahmen, Tests, Diskriminierung von Infizierten und Angriffe auf die schwule Szene setzte. Gleichzeitig wird ein Zeichen gesetzt, dass Aids trotz aller positiven therapeutischen und politischen Entwicklungen nicht vorbei ist. Indem sich das Aids-Memorial über Hunderte von Säulen im ganzen U-Bahnnetz spiegelt, weist es weit über seinen Ort hinaus, verknüpft sich mit den ungenannten Toten, mit den Hauptbetroffenenszenen der Schwulen und Drogengebraucher, mit den Angehörigen, mit der Selbsthilfe und mit der Münchner Aids-Hilfe. Das Aids-Memorial kommt da an, wo Aids längst ist: mitten im Alltagsleben der Stadt.“

AIDS
Den Toten
den Infizierten
ihren Freunden
ihren Familien
1981 bis heute

Weiterführende Informationen

© Münchner Aids-Hilfe e.V.