Wer wir sind

Rahmenkonzept für die Drogenarbeit

Foto: Frank Zuber

Drogenkonsument_innen und HIV

HIV und Hepatitis C werden durch den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen beim intravenösen Drogenkonsum und durch den gemeinsamen Gebrauch von Röhrchen beim Konsumieren durch die Nase übertragen. Drogenkonsument_innen sind zudem zusätzlich von sehr stark von Hepatitis C betroffen. In der zahlenmäßig relativ kleinen Gruppe der Drogenkonsument_innen in Deutschland ist HIV prozentual sehr verbreitet. Damit sind Drogenkonsument_innen in Deutschland eine Hauptbetroffenengruppe, für die sich die Aids-Hilfe ihrem Leitbild entsprechend zuständig fühlt. Ähnlich wie die anderen Hauptbetroffenengruppen werden auch Drogenkonsument_innen diskriminiert und darüber hinaus wegen ihrer Sucht strafrechtlich verfolgt. Diese Situation steht einer Hepatitis- und HIV-Prävention im Wege. HIV-Prävention im Drogenbereich ist für die Münchner Aids-Hilfe e.V. deshalb untrennbar mit der Forderung nach Verbesserung der Lebenssituation von Drogenkonsument_innen und Entkriminalisierung verbunden.

Alle Standorte der Präventionsautomaten hier

Unsere Ziele

Im Sinne der strukturellen Prävention verfolgt die Münchner Aids-Hilfe auch im Drogenbereich zwei Ziele gleichzeitig:

  • Die Förderung von präventivem Verhalten auf der individuellen Verhaltensebene (safer use, safer sex)
  • die Veränderungen gesellschaftlicher und juristischer Rahmenbedingungen, um Prävention auf der individuellen Ebene zu erleichtern bzw. zu ermöglichen.

Unsere Arbeitsgrundsätze

Die Münchner Aids-Hilfe arbeitet ihrem Leitbild entsprechend grundsätzlich lebensstilakzeptierend, in diesem Zusammenhang suchtakzeptierend. Die Münchner Aids-Hilfe arbeitet grundsätzlich partizipativ. Das bedeutet, dass Drogenkonsument_innen soweit möglich in die Arbeit einbezogen werden, z.B. von der Planung bis zur Durchführung und Evaluation von primärpräventiven Interventionen. Die Münchner Aids-Hilfe arbeitet grundsätzlich emanzipatorisch. Das bedeutet, wir verfolgen immer auch das Ziel, das Selbstbewusstsein und die Handlungskompetenz von Drogenkonsumenten zu fördern. Die Münchner Aids-Hilfe arbeitet grundsätzlich qualitätsorientiert. Das bedeutet, dass für die wesentlichen Angebote und Arbeitsabläufe verbindliche Qualitätsstandards existieren, die regelmäßig evaluiert und weiter entwickelt werden.

Unsere Angebote

Entsprechend dieser Ziele und Grundsätze entwickelt die Münchner Aids-Hilfe bedarfsgerechte Angebote in allen Abteilungen und berücksichtigt dabei die Zielgruppe der Drogenkonsument_innen.

HIV-Primärprävention im Drogenbereich

Die Entwicklung primärpräventiver Interventionen für Drogenkonsument/innen sowohl in Bezug auf HIV als auch auf Hepatitis C ist Aufgabe der Beratungsstelle. HIV-Prävention für Drogenkonsument_innen hat nicht nur die Übertragung durch gemeinsamen Konsum im Blick, sondern selbstverständlich auch die sexuelle Übertragung. Primärpräventive Interventionen verbinden wir wo sinnvoll mit geselligen und schadensminimierenden Angeboten, um möglichst viele Adressaten zu erreichen.

Sekundärprävention

Grundsätzlich stehen alle psychosozialen Angebote der Abteilungen Prävention und Beratung, Arbeit und Beschäftigung, Betreuung und Wohnen auch HIV-infizierten Drogenkonsument_innen offen. Bei Bedarf gibt es für sie, wie für andere Zielgruppen auch, zusätzlich spezifische Angebote. Bei diesen Angeboten steht die Bewältigung der HIV-Infektion und ihrer psychischen, sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Folgen im Vordergrund. Selbstverständlich werden im Rahmen einer ganzheitlichen Sichtweise andere Aspekte (in diesem Zusammenhang Drogenkonsum) in der psychosozialen Arbeit einbezogen.

Weiterführende Informationen

© Münchner Aids-Hilfe e.V.