Wer wir sind

Unser Leitbild

Foto: Susie Knoll

Leben mit HIV in München

Die MüAH wurde 1984 als Selbsthilfegruppe schwuler Männer gegründet. Seit dieser Zeit hat sie sich immer der anspruchsvollen Anforderung gestellt, bedarfsgerechte Hilfsangebote selbst zu organisieren, und sich weiteren Betroffenengruppe geöffnet. Heute sind wir in München die zentrale Stelle für Selbsthilfe, Prävention, Gesundheitsförderung, Beratung, sozialer und beruflicher Rehabilitation und Versorgung in Bezug auf HIV. Wenn es sinnvoll ist, werden wir unsere Kernkompetenzen auch in anderen Bereichen einsetzen.

Medizinisch betrachtet, ist HIV in Deutschland heutzutage eine gut behandelbare chronische Infektion – wenn rechtzeitig eine Diagnose erstellt wurde. In der Regel haben Menschen mit HIV, die Zugang zur medizinischen Versorgung haben, eine annähernd normale Lebenserwartung und sind bei erfolgreicher Therapie nicht mehr ansteckend. Nur wenige Betroffene werden trotz guter Behandlungsmöglichkeiten krank und sterben an den Folgen von Aids.

Die HIV-Infektion bedeutet für die Betroffenen und deren Umfeld eine große Herausforderung. Aufgrund der spezifischen Übertragungswege und der Tatsache, dass in Deutschland ganz überwiegend marginalisierte Gruppen von HIV betroffen sind, birgt eine HIV-Infektion noch immer die Gefahr der Stigmatisierung, Diskriminierung und sogar Kriminalisierung.

Die Rate der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr gering und stabil.

Unser Ziel ist es, Wissen über HIV und über den Schutz davor zu verbreiten, die Identität der von HIV betroffenen Menschen zu stärken, damit sie selbstbestimmt und informiert über ihr Handeln entscheiden können. Wir konzentrieren uns in der Primärprävention vor allem auf die in Deutschland am stärksten von HIV betroffenen Gruppen: schwule Männer, Migrant_innen, Drogenkonsumierende und Menschen in Haft.

Wir wollen Ängste und Diskriminierung gegenüber Menschen mit HIV sowie ihren Angehörigen abbauen. Wir fördern ihre Selbsthilfe und die Vernetzung von Menschen mit HIV. Wir treten für die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensstile und die Gleichwürdigkeit aller Menschen ein, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung bzw. Identität, Herkunft, Alter, Krankheit oder Behinderung, Religion oder Weltanschauung. Und wir wenden uns gegen Rassismus.

Wir wollen erreichen, dass alle Menschen mit HIV in München eine optimale medizinische Betreuung erhalten, unabhängig von ihrem Aufenthalts- oder Versicherungsstatus und unabhängig davon, ob sie sich gesellschaftlich erwünscht verhalten.

Wir orientieren uns an der Ottawa Charta der WHO von 1986 und setzen unsere Ziele mit dem Konzept der „strukturellen Prävention“ um. Dieses Konzept nimmt gleichermaßen den Einzelnen und die allgemeine Lebensbedingungen in den Blick. Wir verstehen uns als Interessenvertretung der Menschen mit HIV und der Hauptbetroffenen-Gruppen. Bei der Entwicklung neuer Angebote beziehen wir die Zielgruppen ein (partizipative Qualitätsentwicklung).

In der Münchner Aids-Hilfe arbeiten Menschen aus der Selbsthilfe mit Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen zusammen. Sie ergänzen sich durch ihre Motivationen, Sichtweisen und Fähigkeiten. Wir gestalten unsere Angebote möglichst niedrigschwellig und unbürokratisch und achten auf Professionalität, Vertraulichkeit und Datenschutz. Unsere finanziellen Mittel setzen wir nachhaltig, fachlich begründet und transparent ein. Die Qualität unserer Arbeit entwickeln wir fortwährend weiter und orientieren und dabei an der ISO 9000. Wir sind eingebunden in ein lokales und überregionales Netzwerk und Mitglied der Deutsche Aids-Hilfe e.V. und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Dieses Leitbild wurde im Juni 2013 vom Vorstand der Münchner Aids-Hilfe beschlossen und gilt bis 2018.

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© Münchner Aids-Hilfe e.V.